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Der Zugang zum Hobby Astronomie

Astronomie ist wohl eines der vielseitigsten Wissenschaftsgebiete, indem es den Wissenschaftler herausfordert, Körper und Verhältnisse in unerreichbarer Ferne zu erforschen. Ähnlich vielseitig ist auch das Hobby Astronomie, wobei der Zugang auch ein gänzlich unwissenschaftlicher sein darf.

Das Urinteresse des Hobbyastronomen, ist im Grunde die Beobachtung. In den allermeisten Fällen ist die Faszination für den Sternhimmel bereits eine Kindheitserfahrung. Genau da beginnt eigentlich der Zugang zum Hobby, mit dem blossen Auge.  Jahrtausende lang hatten die Astronomen kein anderes Hilfsmittel, als ihre Augen. Mit den Augen können wir astronomisch schon eine ganze Menge beobachten. Die Phasengestalt des Mondes, die Wanderung der Planeten zwischen den Fixsternen, tausende Lichtjahre entfernte Fixsterne und sogar Millionen Lichtjahre entfernte Galaxien können wir als schwache Lichtflecken wahrnehmen.
Üblicherweise sind Feldstecher und Teleskop die nächsten “logischen Schritte”, um mit technischen Hilfsmitteln dem Auge zu mehr Leistung zu verhelfen. Dennoch machen diese Hilfsmittel nicht unbedingt das Hobby aus. Die Beobachtung mit blossem Auge lässt man als Sternfreund eigentlich niemals ausser Acht. Im Grunde also ist der Kauf eines Teleskops keine Notwendigkeit für das Hobby.

Der erste Schritt dazu ist eigentlich der Wunsch, den Himmel zu beobachten. Meistens ist der Anlaß eine gewisse Faszination für den Sternhimmel und astronomische Ereignisse. Auch der Wunsch, astronomische Objekte und Ereignisse im Bild festzuhalten resultiert daraus, und nicht wenige Sternfreunde fanden aus diesem Grund den Einsteig in ihr Hobby.
Wie schon erwähnt, sollte man den Kauf eines Teleskops nicht unbedingt als einen Erfolgsgaranten für den Start in das Hobby Astronomie sehen. Um das Teleskop erfolgreich einzusetzen bedarf es schließlich einiger Kenntnisse. Worauf es vielmehr ankommt ist ein gewisses Interesse für die verschiedenen Himmelsobjekte - und sei es nur die Faszination an der Beobachtung.
Der richtige Start ins Hobby kann dann eher eine lehrreiche Nacht mit einem erfahrenen Beobachter, ein Besuch einer Volkssternwarte, oder eine Planetariumsveranstaltung sein. Aber natürlich auch eines der vielen Einsteigerbücher für Hobbyastronomen, oder die verschiedenen Internetseiten, wie diese hier. Warscheinlich wird man sich bei seinem Interesse für das Hobby recht bald allen genannten Möglichkeiten zuwenden, und dabei auf eigene Faust herausfinden, welcher “Lernweg” einem selbst am besten gelegen ist.
Nun ist aber Astronomie ein derart umfangreiches und vielseitiges Gebiet, daß es ganz problemlos ganze Bibliotheken füllt. So steht zu erwarten, daß man sich im laufe der Zeit selbst eine nützliche Büchersammlung zulegt. Teils als Hilfsmittel und Nachschlagewerke, teils als Zusammenfassung von Wissen.

Ist das alles wirklich so kompliziert, und so viel zu lernen?

Nein, das muß nicht sein. Gerade die Vielseitigkeit der Astronomie macht es doch möglich, gerade ein Gebiet herauszufinden, welches den eigenen Interessen am besten entspricht. Astronomie bedeutet auch, einfach nur Spaß am Beobachten zu haben. Das astronomische Wissen entwickelt sich oft ganz von selbst aus den Beobachtungen. Ohne mühsames Bücherwäzen.

Nützliches für den Start

Es gibt eine ganze Menge Dinge, die man in all den Katalogen für Sternfreunde findet. Man möchte meinen, die Weihnachtsgeschenke für die nächsten 20 Jahre seien mit dem Einstieg in dieses Hobby schon verplant. Aber die nützlichsten Dinge für den Einstieg sind eher zum Taschengeld-Preis erhätlich:

Eine Sternscheibe
auch “drehbare Sternkarte” genannt. Dies ist ein sehr nützliches Hilfsmittel, um sich am Sternhimmel zurechtzufinden. Die Sternscheibe ist eine Sternkarte, die aber die Bewegung des Himmels beachtet und so den Himmelsanblick zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Datum anzeigt. Die Sternscheibe vermittelt ganz anschaulich, wie sich der Sternhimmel im Verlauf von Stunden, Tagen, Monaten und schließlich im wiederkehrenden Jahreslauf verhält und bewegt. Es gibt verschiedene Modelle. Zum Beispiel  solche, die ähnlich den Zeigern eines Weckers im dunkeln Leuchten, oder die einen Planetenzeiger enthalten um damit die Position des Mondes oder der Planeten zu bestimmen. Die Einstellung der Sternscheibe ist übrigens in allen Fällen kinderleicht.


1979 war im “YPS mit Gimmick” die “Sternkarte die in der Nacht leuchtet” enthalten, eine brauchbare Sternscheibe.
Der Horizont war nur in weiß gedruckt, weshalb ich ihn von Hand mit Leuchtfarbe (Revell) nachzeichnete.

Ein astronomisches Jahrbuch
Hierin sind die verschiedenen astronomischen Ereignisse eines Jahres vorausberechnet und genau beschrieben. So ein Buch enthält viele Nützliche Informationen, so daß man für jeden Tag einen Überblick erhält, was sich am Himmel tut. Die verschiedenen astronomischen Jahrbücher erscheinen gewöhnlich im August des Vorjahres, also im August 2002 für das Jahr 2003. Am erfolgreichsten und am meisten für den Einsteiger empfohlen ist das Kosmos Himmelsjahr. Es liegt im Herbst in beinah jeder Buchhandlung aus. Weiterhin sind die Jahrbücher wie “Ahnerts Astronomisches Jahrbuch” oder  “Der Sternhimmel” bekannt. Unter diesen Jahrbüchern findet sich kein “bestes”, sondern man sollte herausfinden, welches den eigenen Interessen am besten entspricht.
Eine weitere Ergänzung zu den astronomischen Jahrbüchern ist übrigens der “Atlas für Himmelsbeobachter” von Erich Karkoschka, Kosmos Verlag. Dieses Buch beschäftigt sich mit dem alljährlich wiederkehrenden Sternhimmel und zeigt, wo die astronomisch interessanten Objekte, wie Galaxien und Sternhaufen mit dem Feldstecher, dem Teleskop und auch mit dem blossen Auge zu finden sind.

Im Grunde reicht dies schon aus. Mit Hilfe der Sternscheibe und den Hinweisen des Jahrbuchs kann man sich schon einmal gut am Himmel zurecht finden. Man lernt also zu Beobachten, und dabei lernt man, die Bewegung des Himmels und die Bewegung der Himmelskörper zu verstehen.
Und das ist eine Grundvorraussetzung für die Benutzung eines Teleskops. Man sollte sich nicht darauf verlassen, daß ein Computer-Teleskop mit sogenannter “GoTo”-Funktion jedes Objekt am Himmel allein findet. Denn auch ein solches Teleskop muß erst einmal ordentlich aufgestellt und auf den Himmel einjustiert werden. Wer sich aber mit Hilfe der Sternscheibe bereits am Himmel zurecht findet, der kann auch mit Leichtigkeit sein Teleskop selbst ausrichten, ohne das beim Teleskopkauf immer knappe Geld in teure Computertechnik zu investieren.

Die meisten Sternfreunde erfahren dann eigentlich, daß sie zu ziemlich guten Beobachtern werden. Meistens dreht es sich nunmal um die Beobachtung. Die will erstmal erlernt werden. Es gehört einiges an Erfahrung dazu, die schwächsten Details auf der Oberfläche eines Planeten zu erkennen, oder zu erlernen, daß man bei schwachen Nebelstrukturen mehr sieht, wenn man gekonnt “nicht hinsieht”.

Was den Sternfreund wirklich auszeichnet ist also eher die Kunst, richtig zu beobachten, als die Größe des Teleskops. Davon sollte man sich leiten lassen, wenn man dann zusammen mit dem Einstieg ins Hobby auch die Anschaffung eines Teleskopes plant.

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